23 September 2017

Bericht „AIESEC Alumni im Gespräch: AIESEC Alumni International / Konsumenten in Osteuropa“ mit Alexander Tichy, Frankfurt, 07.09.2017

Nach der Sommerpause gab es beim letzten AIESEC Alumni im Gespräch („AAiG“) zwei Neuerungen. Zum einen waren die AAiG nach 26 Veranstaltungen in der 22nd Lounge des Eurotheum nun zum ersten Mal in neuer Location beim Elaine’s im Taunustor zu Gast. Zum anderen gab es erstmals zwei Themen in einem AAiG bei auch nur einem Referenten.

Denn Alexander Tichy war als amtierender President of AIESEC Alumni International (AAI) natürlich prädestiniert, den Teilnehmern über die aktuellen Aktivitäten und Pläne von AAI zu berichten. Aber daneben war auch sein beruflicher Einblick aus dem Bereich Marktforschung in Osteuropa besonders interessant, konkret vorgestellt an den Konsumentengewohnheiten.

Zum Start erzählte Alexander von seiner vielschichtigen AIESEC-Karriere. Zu AIESEC in Wien war er relativ banal durch das Börsensimulationsspiel Bull&Bear 1994 gekommen, dass in Deutschland unter dem Namen „Bankmasters“ bekannt gewesen ist. Richtig engagiert hat er sich aber bei AIESEC erst gegen Ende des Studiums, wo er als Exchanger fast 200 Incoming Students betreute. Daran schlossen sich zwei Jahre im österreichischen MC an. In dieser Zeit war er auch bereits bei AIESEC International (AI) engagiert und half dort, das Austauschprogramm auf eine Onlineplattform ins Internet („Insight“) zu bringen. Auch als Alumnus blieb Alexander engagiert, zuerst in der Neubelebung von AIESEC Alumni Austria als deren Präsident 2000-2003 und seit August 2016 bis heute als President of AAI.

Im Verlaufe des AAiG führte Alexander aus, wie wichtig aus seiner Sicht die richtige Strategie in der Alumni-Arbeit ist. Nur alleine gesellige Treffen von AIESEC Alumni, um beim Heurigen (in Wien J) in vergangenen AIESEC-Erlebnissen nostalgisch verklärt zu schwelgen, reichen nicht aus. Damit werden weder genügend neue Alumni für die Sache gewonnen, noch Glaubwürdigkeit bei und Zusammenarbeit mit der Youth-AIESEC gefördert. Vielmehr ist es wichtig, nach vorne gerichtete Strategien und Aktivitäten zu entwickeln und auch mit den verschiedenen AIESEC-Ebenen umzusetzen. So berichtete Alexander von der gestiegenen Anzahl an Alumni-Treffen und -Konferenzen rund um den Globus, zuletzt mit Rekordbeteiligung in Kolumbien. Diese persönlichen Treffen bilden ebenso eine Basis für Kontakte und neue Ideen wie auf der technischen Seite das neu geschaffene AlumNet, das schon jetzt die Alumni weltweit verbindet. Das Potenzial bei 250.000 namentlich bekannten AIESEC-Alumni ist riesig. Auch auf Fragen aus der Runde ging Alexander ein, so zum Beispiel nach dem Arbeitsaufwand eines AAI-Vorstandes. Seither wissen die AAiG-Teilnehmer, dass ein explizites Minimum an wöchentlichen Arbeitsstunden für AAI zu den Wahlbedingungen für Vorstände gehört.

Aber natürlich sollte auch das zweite Thema nicht zu kurz kommen. Alexander stellte zuerst seinen beruflichen Werdegang da, der sich unmittelbar aus seiner AIESEC-Zeit entwickelte. Zum einen brachte ein AIESEC-Praktikum in Osteuropa viele Kontakte zu zukünftigen Kunden. Zum anderen brachte AIESEC ihm als Unternehmensberater noch viel wichtigere Kontakte zu zukünftigen Kollegen und Partnern. So sind in der RADIX Group mit den Schwerpunkten Marktforschung, Werbung/Marketing und PR heute viele AIESEC Alumni beschäftigt. Dies hat Alexander mit dem sehr einprägsamen Begriff „Capital of Trust“ umschrieben. Neben einigen Anekdoten aus dem „fernöstlichen“ Europa, zum Beispiel über die Bezahlung vieler nebenberuflicher Marktforscher, die nicht einmal über ein Bankkonto verfügen, drehte sich dieser Teil des Abends auch um die Besonderheiten dieser osteuropäischen Konsumenten. Wichtig sei es hier, nicht einfach die Erfahrungen und Profile aus dem Westen zu übertragen. Denn es gibt spürbare lokale Unterschiede. Und gerade in den aktuellen Zeiten legen die Menschen in Osteuropa wieder verstärkt Wert darauf bzw. sind stolz auf diese. Damit ergeben sich für alle Konsumgüterproduzenten, gerade die aus Westeuropa bzw. Nordamerika, die Notwendigkeiten, hier länderbezogene Produkte und Auftritte zu finden, um Erfolg zu haben.

Nach mehr als zwei spannenden Stunden endete die engagierte Runde viel zu früh, um alle Fragen umfassend zu beantworten. Daher wurden weitere Fragen im persönlichen Gespräch diskutiert.

Wir danken Alexander nochmals ganz herzlich für seine Ausführungen und den Einblick sowohl in die Aktivitäten von AAI als auch in seine Arbeit in Osteuropa.